Fussball: Spiele gegen Nachbarn werden immer mit besonderer Inbrunst geführt – Erste Mannschaft verliert gegen Seppenrade – Zwei Platzverweise

Erste Mannschaft – SV Fortuna Seppenrade 1:3

Reckelsum. Ächterste Bockhorst. Kökelsum. Bockholter Balwe. Vorbei an der Olfener SoLaWi und dem ortsansässigen Lohnunternehmen für Landwirtschaft. 6,2 km. 9 Minuten mit dem Kfz. Auch gerne mit dem Radl. Der Abstand zwischen den beiden Sportplätzen ist gering. Manche Menschen sprechen deswegen auch von einem so genannten „Derby“. Die Medien wohl auch. Obwohl in der Regel keine Pferde beteiligt sind und es auch nicht auf den britischen Inseln stattfindet. Andere nennen es „Klassiker“. Warum? Spielen Beethoven oder Brahms mit? Möglicherweise Rimski-Korsakow als Kopfballungeheuer? Dritte sehen es als Fussballspiel Olfen gegen Seppenrade, SuS gegen Fortuna, oder umgekehrt, in dem es aufgrund der Nähe beider Vereine eine gewisse Rivalität gibt. Es gibt ja Schnittstellen, man kennt sich teilweise auch privat. Kommt eigentlich gut miteinander aus. Außer in den zwei mal 90 Minuten jedes Jahr.

Die Vorzeichen zum Spiel, egal wie man es denn nun bezeichnen möchte, waren eigentlich klar: Die Glücklichen vom Berg mit 43 Punkten auf dem dritten Platz im Tableau der Kreisliga noch als Verfolger des Tabellenersten Legden anzusehen. Nach der Winterpause noch ohne Punktverlust. Unser SuS mit lediglich 25 Punkten im unteren Mittelfeld. In der Rückserie zwar mit guten Spielen, aber auch weithin ohne Erfolg. Lediglich einen Punkt geholt. Ein Tor erzielt. Must become better!

Nachdem kurz nach der Spieleröffnung des Schiedsrichters die Fortuna eine erste Torerzielungsmöglichkeit hatte, welcher aber vom Olfener Tormann Jan Stember vereitelt wurde, kam unser Spiel und Sport besser ins Spiel und hatte durch Altmeister Marvin Böttcher einen gefährlichen Abschluss, wobei er in der 10. Minute nach einer Flanke von Leon Breuer knapp neben das Seppenrader Torgehäuse köpfte. Auch ein Torschuss von Fabian Beckmann brachte nichts ein.

Seppenrade vor allem mit Eckbällen gefährlich. Diese immer auf einen Pulk am ersten Pfosten geflankt. Arteta Aktionen. Arsenal Siäpro. Nicht einfach zu verteidigen. Sonst steht der Pulk geschlossen beim Rosenfest am Bierstand und flankt sich einen rein. Wember statt Wembley!

Ebenfalls nach einer Ecke – Böttcher an den Pfosten und in der Nachaktion Mathias Scheele mit einem Schuss über die Querlatte (25.).

Damit das erste Tor der Partie fallen konnte musste ein Fehler nach Flanke der Gelb-Schwarzen in den Olfener Fünfmeterraum begangen werden. Ball nicht geklärt. Fortuna beim Abstauber der Fortuna. 0zu1 (32.).

Damit das zweite Tor der Partie fallen konnte musste ein Fehler nach Flanke der Gelb-Schwarzen in den Olfener Fünfmeterraum begangen werden. Ball nicht geklärt. Fortuna beim Abstauber der Fortuna. 0zu2 (38.).

Doppelschlag Seppenrade. Die Gäste selbst ein wenig irritiert, warum sie aus dem nichts mit zwei Toren in Front waren. Aber wohl gerne mitgenommen. Unsere Mannschaft geschockt, aber noch mit Aktionen von Nico Mecklenburg und Rene Schickentanz vor der Pause.

Eigentlich kein schlechtes Spiel unseres Teams, gerade bei den Abschlüssen aufs Tor deutete die Statistik auf Grün-Weiß.

Was blieb unseren SuSlern anderes übrig, als den zweiten Durchgang mit Power anzugehen. Zu kämpfen. Gezeigtes Engagement. Das Ergebnis drehen wollen. Auch Einwechselungen auf Olfener Seite: Der lang verletzte Dustin Brüggemann in seinem ersten Spiel nach dem Winter auf den Pitch, kurz danach auch Niklas Mählmann. Noch mehr Offensive.

Dieses wäre kurz danach fast belohnt worden, aber Mählmann setzte seinen Torschuss knapp links neben den Pfosten (56.). Wenig später (65.) ließ Böttcher noch eine Großchance liegen.

Das gesamte Spiel wurde nun auch nickliger, ruppiger. Zu den Farben Grün, Weiß, Gelb und Schwarz gesellte sich nun auch Rot. Nach einem klaren Foulspiel eines Olfener Spielers, welches auch mit einer gelben Karte sanktioniert wurde, ließ sich ein Gästespieler zu einer Tätigkeit hinreißen. Dieser hatte Glück: Holte der Unparteiische auch hier nur den gelben Karton aus der Tasche am Revers. Aber schon kurze Zeit später schubste ebenjener Akteur bei einer Einwurfaktion an der Olfener Bank SuS-Übungsleiter Michael Krajcy, so das dem Spielleiter keine Möglichkeit mehr blieb, als hier ebenfalls die Karte in gelber Farbe zu zücken und damit einen Platzverweis auszusprechen. Gelb-Rot. Konsequenz: Überzahl Olfen. (66.) .

Zwar ging hier nochmal ein motivierender Ruck durch unser Team. Auf geht’s! Forza!Jaaaa! Doch nach einem Foul an der Mittellinie bekamen die Fortunen einen Freistoss zugesprochen. Der Ball, scharf und halbhoch Richtung Olfener Sechzehnmeterraum getreten, flog durch bis in den Strafraum, obwohl schon vorher Klärungsmöglichkeiten bestanden hätten. Seppenrade frei vor Keeper Stember sagte „Danke“. 0zu3.

Im Gegenzug unsere Mannschaft weiter glücklos. Böttcher an die Latte. Der eingewechselte Pascal Seypelt daneben. Auch Mecklenburg nichttreffend. Freistöße zunächst von Beckmann, dann von Niels Kleischmann fanden ebenfalls nicht ihr Ziel.

Erst in der Nachspielzeit konnte Nico Marin den Gästetorwart überwinden (93.). Magisch.

Das unser SuS nun die letzten Sekunden in doppelter Überzahl, nach einer klaren gelb-roten Karte für die Gäste nach Foulspiel, bestreiten durfte, brachte dem Spiel keine Wende mehr. Dennoch waren die Gäste-Trainer aufgrund des Feldverweises am Kochen. Nur nicht so gut wie Mutter Siepe.

Abpfiff der Spielleiters. Jubel auf dem Berg. Enttäuschung im Tal. Seppenrade schlägt Olfen mit 3zu1. Rosenblüten für den Gast. Stacheln für die Heimmannschaft. Ein Spiel, in welchem Rivalitäten ausgetauscht wurden. Pfeffer war drin. Aber eigentlich harmlos obwohl der zwei Platzverweise. Auch wegen der besonnenen Spielleitung des Referees. Hart aber herzlich. Bei jedem Doppelkopftunier im Hölt´n Hahn sticht es mehr.

Die Ruhr Nachrichten titelten in ihrer Montagsausgabe in ihrem Bericht vom Spiel „SuS Olfen schlägt sich im Derby gegen Seppenrade selbst“ und urteilten: „Am Ende blieb ein verdienter Derby-Sieg für die Fortuna, die ihre Chancen konsequent nutzte und die Fehler des Gegners eiskalt bestrafte, während Olfen trotz Überzahlphasen und zahlreicher Möglichkeiten leer ausging.“

Ähnlich sah es SuS-Coach Michael Krajczy im gleichen Medium: „Wir haben Seppenrade drei Dinger aufgelegt.“ Auch bemängelte er die Abschlussschwäche seiner Mannschaft: „Wir müssen vorm Tor einfach kaltschnäuziger werden und vor allem den Abschluss suchen – mit mehr Überzeugung. Wir legen nochmal mal auf, legen nochmal quer – anstatt da drauf zu nageln.“

Am folgenden Sonntag kommt es für unsere Erste Mannschaft zu einem Duell gegen die Grün-Weißen aus und in Hausdülmen. Anstoss auf dem dortigen Kunstrasenplatz ist um 15.15 Uhr. Akademisches Viertel.

In der Vergangenheit immer ein schwieriges Spiel für unsere Mannschaft, da der Opponent aufgrund seiner robusten Spielweise immer alles in die Waagschale legt. Erstmals wohl auch als Favorit, schließlich rangieren die Hausdülmer mit 31 Punkten auf dem siebten Platz der Kreisliga A2 Coesfeld.

Wir sind Olfen – Wir sind der SuS!