Fussball: Rückserienauftakt für unsere Erste Mannschaft: Torchancen ja – Tore nein

Am Anfang war...ja, was war am Anfang? Es ist unbekannt, ob Adam und Eva sich Äpfel aus Spaß zuschmissen und nebenbei so das erste Spiel der Welt erfanden. Auch wann die ersten Homididen Steine warfen oder gegen sie traten ist unbekannt.

Erwiesen ist allerdings, dass ab 5000 v. Chr. im Alten China ein Spiel namens Cuju oder Ts'u Ku verbreitet war. Auch die Azteken zockten vor sich hin. Hier hieß die Chose Ulama oder Pok-ta-Pok. In der Renaissance kickten in Florenz zwei Mannschaften beim Calcio storico gegeneinander. Bevor im 19. Jahrhundert in England der moderne Fußball erfunden wurde, bekämpften sich im Mittelalter häufig zwei ganze Städte beim folk football, mancherorts auch shrovetide genannt und heute noch zelebriert.

Was allen Arten des Ballspiels gemein war, ist, dass die Pille in ein Tor muste. Tor – Das Salz in der Suppe des jeweiligen Spiels – so auch heute noch beim so genannten Kreisliga-Kick.

Hier müssen zwei Mannschaften mit jeweils 11 Spielern den Ball in das „gegnerische“ Tor, ein Aluminiumgestänge 7,32 Meter breit und 2,44 Meter hoch, an dem sich ein Netz zum Einfangen des Balles befindet, befördern. Um ein Spiel zu gewinnen mindestens einmal mehr als der Opponent. - Dieses versuchen in Deutschland tausende Mannschaften an jedem Wochenende. Mit zehntausenden Akteuren.

Was sich relativ einfach anhört, ist aber häufig mit enormen Aufwand und Geschick verbunden. Von Glück gar nicht zu sprechen. 

In der Regel jubelt der Schütze nach erzieltem Treffer auffällig und ausfallend. Beispiele sind Vereinswappenkuss und Jubelbad bei den Zusehern. Heute beliebt ist auch der Signature Move, bei dem der Torerzieler eine bestimmte zeremonielle Bewegung macht, die er bei all seinen Treffern aufführt, um markenkreierend seine Besonderheit zu demonstrieren. Aber kein Tor – kein Signature Move.

Hier ein Beispiel:

 

Grün-Weiss Nottuln II -Erste Mannschaft 1:0

In Olfen sind die Saturnalien, die dem Bacchus gewidmeten Tage vorbei. Karneval vorüber. Fasching am End. Fastnacht ad acta gelegt.

Nach einer aufgrund von witterungsbedingten Testspielausfällen und hohem Krankenstand nicht optimalen Rückrundenvorbereitung, musste unser Olfener Team zum ersten Spiel in der zweiten Halbserie im Stadion am Niederstockumer Weg in Nottuln antreten.

Waren aber in den letzten einanhalb Wochen vor Winterpausenende regelmäßig 18 bis 20 Spieler beim Training, konnten sogar am ersten Spieltag nach der langen Pause einige Spieler des Kaders die Zweite Mannschaft bei ihrem Spiel in Lavesum unterstützen. Dennoch warteten sieben Akteure auf der Ersatzbank auf einen möglichen Einsatz gegen die Baumberge-Burschen.

Nottuln, als Westfalenliga-Reserve-Mannschaft ein unbequemer Gegner. Auch aufgrund der höherklassig spielenden Jugendmannschaften des Vereins ein Team mit Anspruch und Perspektive.

0zu3, so das Ergebnis des Hinspiels im Steversportpark. Alle Anseher der Begegnung wunderten sich damals anschließend, wie es sein konnte, das unser Spiel und Sport keinen Treffer erzielt und drei Buden gefangen hatte. Nur ein törichter Tor wäre zufrieden gewesen.

Neues Spiel – neue Torerzielungsabsicht – neuer Siegeswille. Auf geht’s - Olfen schieß ein Tor.

Unsere Truppe gut besetzt. Kaum Ausfälle. Auch Hendrik Hans. Die Weltpolitik führte ihn nach Nottuln, obwohl er eigentlich den Flieger nach Ozeanien besteigen wollte, weil er seiner physikalischen Neigung nachgehen und die Corioliskraft in der südlichen Hemisphäre überprüfen wollte. Bart Simpson lässt grüßen. Flug über Dubai. Du bist nicht dabei.

Anpfiff. Anstoss. Nottuln am Ball und erstmal mit mehr Spielanteilen. Die SuS-Defensive gut am verschieben und verdichten, so dass der Ballbesitz des Heimteams zwar höher war, die Lauf- und Passspielakzente der Baumberger dominant waren, aber sich zunächst keine zwingenden Torchancen für Nottuln ergaben.

Unser SuS zwar irgendwie mit nervösem Beginn und manchmal leicht verschenkten Bällen im Aufbauspiel, nicht immer zielstrebig, dennoch schon Möglichkeiten erspielend, die Murmel in das gegnerische Netz zu verfrachten.

Witwe Bolte, mild und weich, sprach: „Sieh da, ich dacht es gleich!“. Guter Einsatz vom besten SuS-Akteur Moritz Heinze. Außenminister auf dem linken Flügel. Genscher und Schewardnadse hätten gelobt. Auch Michael Frontzeck. Wilhelm Busch hätte seine Freude daran: Müller Max und Moritz im Zusammenspiel. Dann Flanke Heinze - Abnahme Nico Mecklenburg. Gute Gelegenheit. Danach klasse: Sechser Fabian Beckmann mit einer doppelten Schussmöglichkeit, welche beide Male abgewehrt wurde.

Unser Tormann Jan Stember vereitelte zunächst eine gute Aktion der Heimelf im Eins-gegen-Eins. Später lenkte er das Spielgerät nach einem Freistoss noch an den Pfosten. Puh, Durchatmen war angesagt.

Pause.

 

 

 

 

 

Zweiter Durchgang. Zunächst optischer Mehrballbesitz beim Heimteam. Aber Olfen jetzt griffiger. Zielgerichteter. Auch Torgeiler.

Wechselzeit. Nico Marin für Matthis Scheele. Leon Breuer für Pascal Seypelt. Marvelous Marvin Böttcher für Müller Max. Neues Schwarzpulver. Daumen hoch von Lehrer Lämpel.

Der Live-Ticker schrieb nun: „Olfen drückt“. Genau. Erst Beckmann scheitert bei der Torerzielung, dann beste Kopfballmöglichkeit durch Marin. Geil aufgelegt, leider nicht verwandelt.

Dann: Ecke Olfen. Kurz danach: Torerzielung Nottuln. Keine gute Offensivaktion bei eigener Ecke durch unsere Olfener Mannschaft. Geklärt vom Heimteam. Konter. Zwei SuSler vs. ein Gastgeber. Nicht gut verteidigt – dann Schuss des Olfener Abwehrspielers ungeschickt aufs eigene Gehäuse. Über-über-überagende Parade von unserem Torwächter Stember. Den Abpraller köpfte dann aber ein Nottulner in unser Netz (59.)

1zu0 für Heim. Kalte Dusche. Weiter. SuS. Weiter. Genau so kam es.

Zunächst gute Schussmöglichkeit für Beckmann. Aktionen nach herausgespielten Eckbällen. Dann folgte die Zeit des fast geschossenen Tores. Mist, nicht erzielt. Grrrxxtezfcxxzgtdzik!! Hat sich wohl auch mancher Azteke damals gedacht.

Marin alleine Richtung Torwart. Kein Tor. Mecklenburg frei vorm Keeper. Angeschossen. Auch Heinze glücklos. Zahlreiche sehr gute, im Fachjargon sagt man „100%tige Torerzielungsmöglichkeiten“ Hervorragende Chancen ja – Torerfolg leider nein. Tore, Tore, wir brauchen Tore. Dem Heimtorwart wurden die Brazzen heiß, aber er wehrte einige Bälle ab und hielt so die weiße Weste fest.

Zu allem Unglück pfiff der unparteiische Leiter der Partie einen schönen Treffer von Niklas Mählmann ab, weil er der Meinung war, dieser Treffer sei in einer Abseitsposition erzielt worden. Viele Stimmen, die genau auf Höhe waren, sind hier anderer Meinung.

Tore, Treffer. Sie müssen erzielt werden. Auch im 21. Jahrhundert. Olfen immer knapp dabei, aber dennoch nicht konsequent genug. Chancen en masse. Das Spiel hätte man nicht verlieren müssen, dachten die vielen am Platz anwesende Schlachtenbummler aus unserer Steverstadt nach dem Abpfiff des Unparteiischen.

Trainer Michael Krayczy fasste das Geschehene wie folgt zusammen: „Ein Punkt wäre auf jeden Fall verdient und aufgrund der vielen Chancen auch drin gewesen. Die Niederlage ist überflüssig. Wir haben unsere Chancen nicht genutzt. Es war von beiden Teams kein gutes Spiel, aber normal müssten wir hier etwas mitnehmen.“

Zum nächsten Spiel unserer Ersten Mannschaft kommt der Tabellenführer vom SuS Legden in den Steversportpark. Legden, sicherlich die Benchmark der Liga und Topfavorit auf den Meistertitel und dem damit verbundenen Aufstieg in die Bezirksliga. Schließlich ist das Team aus der Gemeinde, welche gemeinhin immer mit dem Party-Dorf Münsterland in Verbindung gebracht wird, bereits dem Tabellenzweiten mit 9 Punkten enteilt. Anstoss ist, wie gewohnt daheim, um 15.30 Uhr.

Wir sind Olfen – Wir sind der SuS!